Winterliche Extremwetterereignisse - Herausforderung im Klinikalltag
Spürbarer Anstieg der Patientenzahlen auch in der Notaufnahme -
Uniklinikum ist personell und organisatorisch auf die aktuelle Situation
eingestellt - Umsichtiges Verhalten und Vorsicht entlasten das
Gesundheitssystem
Schnee, Eis und Minusgrade führen im Winter regelmäßig zu einem erhöhten
Unfallrisiko. Die Auswirkungen des Sturmtiefs „Elli“ zeigen aktuell, dass
die Gefahr für glatte und verschneite Gehwege und Straßen zusätzliche
Herausforderungen im Klinikalltag mit sich bringt.
Infolge solcher Witterungsbedingungen verzeichnen auch das Uniklinikum
Dresden einen spürbaren Anstieg der Patientenzahlen. Die
unfallchirurgische Abteilung ist stärker gefordert und auch die Zahl der
Atemwegserkrankungen nimmt zu, was die medizinische Versorgung zusätzlich
vor Herausforderungen stellt: „Seit Beginn der Woche beobachten wir ein
erhöhtes Patientenaufkommen in der Notaufnahme. Die Ursachen betreffen
alle medizinischen Bereiche und gehen über witterungsbedingte Notfälle
hinaus“, sagt Dr. Konrad Kamin, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am
Uniklinikum.
Einen reibungslosen Betrieb aufrecht zu erhalten kann mitunter durch
eingeschränkte Erreichbarkeit des Personals bei Schnee und Eis erschwert
sein: „Im Pflegebereich stimmen wir uns regelmäßig zu Ressourcenplanung
und aktuellen Schwerpunkten im Klinikalltag ab. Bei aller Planung hat die
bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten am Uniklinikum
stets oberste Priorität“, sagt Mirko Radloff, Pflegedirektor am
Uniklinikum.
„Auch wenn allgemein bekannt ist, dass Schnee und Minusgrade die Eis- und
Glättegefahr erhöhen, sind wir selbstverständlich auf Notfälle und eine
Mehrbelastung der Notaufnahme vorbereitet. Auf kurzfristige
Starkwetterereignisse zu reagieren und die Personalplanung darauf
abzustimmen, ist aber eine Herausforderung. Deshalb danken wir besonders
den Kolleginnen und Kollegen, die spontan einspringen – sei es aus der
Bereitschaft oder die, die als zusätzliches Personal in der Notaufnahme
unterstützen“, ergänzt Dr. Kamin.
„Auch bei solchen extremen Wetterereignissen greifen bei uns fest
etablierte Mechanismen für außergewöhnliche Situationen. Das heißt, die
Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebes ist aus unserer Sicht jederzeit
gewährleistet“, bekräftigt Radloff im Hinblick auf die möglicherweise
anstehende Situation. „Entscheidend dabei ist, dass sich die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege sowohl übergeordnet als
auch auf den einzelnen Stationen organisieren. Gemeinsam wird geprüft, wie
kann man optimiert zusammenarbeiten, welche Strukturen müssen temporär
angepasst werden und wie können Abläufe zuverlässig sichergestellt
werden“.
Zwar gelten bei Glatteisunfällen ältere Menschen als besonders gefährdet,
doch zeigen aktuelle Erfahrungen, dass grundsätzlich alle Altersgruppen
betroffen sein können: „Häufig handelt es sich bei Glätteunfällen um Arm-
und Beinbrüche. Aber auch Verletzungen im Schulter- und Beckenbereich oder
am Kopf sind nicht selten. Wichtig ist, dass die Notaufnahme nicht immer
die erste Anlaufstelle sein muss. Wer nach einem Sturz aufstehen kann,
laufen kann und keine lebensbedrohlichen oder auffälligen Symptome zeigt,
sollte sich zunächst an den Hausarzt, niedergelassene Chirurgen oder die
Kassenärztliche Notfallnummer 116 117 wenden“, erklärt Dr. Kamin.
Grundsätzlich sollten aber alle, jung wie alt, bei Eis und Schnee
vorsichtig sein: unnötige Wege vermeiden, angepasstes Schuhwerk tragen und
im Straßenverkehr umsichtig fahren. Rücksicht und Vorsicht sind bei
winterlichem Extremwetter unverzichtbar. Durch umsichtiges Verhalten lässt
sich nicht nur die eigene Sicherheit erhöhen, sondern auch die Belastung
des Gesundheitssystems reduzieren.
