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Deutsche Erstaufführung: Hochschulorchester vollendet die Orestie mit Charles Villiers Standfords „Die Eumeniden“

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Die Hochschule Biberach (HBC) lädt Mitte Januar zur deutschen
Erstaufführung der Schauspielmusik zu „Die Eumeniden“ von Charles Villiers
Stanford (1852–1924) ein. Dieses außergewöhnliche Werk basiert auf dem
dritten Teil der Orestie und thematisiert die Überwindung der
Gewaltspirale durch die Geburt des Rechtsstaates – ein hochaktuelles Thema
für eine gespaltene Gesellschaft.

Das Stück wird vom Hochschulorchester der HBC unter der Leitung von Prof.
Dr. Klaus Weigele präsentiert. Die Musiker*innen vollenden am Mittwoch,
14. Januar 2026 ab 19 Uhr (Campus Stadt, Aula) die dreiteilige Orestie.
Unterstützt werden sie wie gewohnt von dem YouTuber Michael Sommer
(München) und seiner Playmobil-Figuren-Truppe, die das antike Drama auf
kreative Weise inszenieren.

Die Geschichte der Aufführung ist ebenso bemerkenswert wie das Werk
selbst: Nach der Uraufführung 1885 in Cambridge und zwei weiteren
Aufführungen – einmal konzertant in London und ein weiteres Mal im Jahr
1906 – geriet die Schauspielmusik in Vergessenheit. Noch herausfordernder
war die Tatsache, dass das originale Orchestermaterial verschollen ist und
für eine Wiedergabe nicht zur Verfügung stand.

Durch intensive Recherche gelang es der Hochschule Biberach schließlich,
das Autograph der Stanford-Partitur ausfindig zu machen. Die Handschrift
musste sorgfältig entziffert und in eine spielbare Fassung übertragen
werden, damit das Hochschulorchester das Werk nun aufführen und die
Orestie vollenden kann.
Die Aufführung ist kostenfrei, das Orchester freut sich über Spenden. Eine
Anmeldung ist nicht notwendig.