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Von Schienenverkehr bis Wasserstoff: 25 Jahre Institut für Fahrzeugtechnik

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Mit Unterstützung der High-Tech-Offensive Bayern gründete Prof. Dr.-Ing.
Hans-Jürgen Tretow im Jahr 2000 das Institut für Fahrzeugtechnik Nürnberg
(IFZN) an der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik der Technischen
Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm). Von Beginn an stand ein Ziel im
Mittelpunkt: angewandte Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der
Fahrzeugtechnik voranzutreiben. Jetzt feiert das Institut sein 25-jähriges
Jubiläum.



Pionierprojekte wie die Entwicklung virtueller Modelle für
Schienenfahrzeug-Antriebsstränge oder Busnetz-Analysen zum Einsatz von
Hybridantrieben prägten von Beginn an die Arbeit am IFZN. In den folgenden
Jahren kamen neue Schwerpunkte hinzu – 2004 beispielsweise das
Forschungsgebiet Verbrennungstechnik. Seit 2014 rückten Digitalisierung
und Automatisierung in den Vordergrund.
Heute besteht das IFZN aus einem Team aus fünf Professorinnen und
Professoren, die unterschiedliche Schwerpunkte einbringen. Gemeinsam
decken sie die gesamte Bandbreite moderner Fahrzeugtechnik ab: von der
Verbrennung und Wasserstofftechnik über mechatronische Systeme und
Sensorik, Fahrdynamik und Leichtfahrzeuge bis hin zu Bahn- und
Automatisierungstechnologien. „Unsere Forschungsarbeit ist
interdisziplinär aufgestellt: Mechanik, Elektrik, Sensorik und
Datenintelligenz sind eng miteinander verknüpft“, erklärt Prof. Dr.-Ing.
Christina Singer, die das IFZN seit 2023 leitet.
Ein Beispiel dafür ist das aktuell laufende Vorlaufforschungsprojekt
„TrackVision“. Unter der Leitung von Singer erforscht ein Team das
automatisierte Rangieren längerer Güterzüge. Der lange Bremsweg dieser
Züge erfordert es, dass Hindernisse bereits auf große Entfernungen
zuverlässig erkannt werden. Herkömmliche Umfeldsensoren, die auf der
Lokomotive positioniert werden, reichen dafür nicht aus. TrackVision zielt
darauf ab, den Wahrnehmungshorizont automatisierter Rangierlokomotiven zu
erweitern. Dafür entwickelt und erprobt das Forschungsteam eine
Automatisierungsarchitektur, die Sensorik auf der Lok mit stationärer
Sensorik in der Infrastruktur des Rangierbahnhofs vernetzt. Dadurch
entsteht ein intelligentes Gesamtsystem, das eine sichere Umfelderfassung
über große Distanzen ermöglicht – auch bei schlechten Sichtverhältnissen
und komplexen Verkehrssituationen.
Ein großes Anliegen am IFZN ist es, Lehre und Forschung miteinander zu
verbinden. „Wir wollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern Begeisterung
wecken – für Technik, für Innovation, für Mobilität. Deshalb entstehen bei
uns Projekte, in denen Studierende echte Systeme entwickeln“, betont
Singer. Im Projekt „DriveOhm“ erstellen und erproben Studierende
beispielsweise im Modellmaßstab automatisierte Rennfahrzeuge. Um
Fahrzeugtechnik auch in der Lehre an der Ohm stärker zu verankern, hat
sich das Institut für den neuen Studiengang Fahrzeugtechnik eingesetzt,
der seit dem Wintersemester 2024/2025 angeboten wird.