Auf der Suche nach Biomarkern: Indische Doktorandin forscht in Coburg
An der Hochschule Coburg wird an einer Therapie zur Heilung einer
tropischen Krankheit geforscht. Im Rahmen ihres internationalen
Promotionsprojekts sucht eine indische Doktorandin biologische Marker, die
individuelle Behandlungen verbessern sollen. Unterstützt wird sie dabei
von Prof. Dr. Stefan Kalkhof und dem interdisziplinären Promotionszentrum
Analytics4Health.
Elephantiasis, auch lymphatische Filariose genannt, ist eine tropische
Krankheit, die durch von Mücken übertragene, parasitäre Würmer ausgelöst
wird. Diese Parasiten blockieren die Lymphgefäße und verursachen teils
schwere und dauerhafte Schwellungen an Beinen, Armen oder Genitalien –
sogenannte Lymphödeme. Die Folgen sind Gewebeverdickungen, Schmerzen und
langfristigen Bewegungseinschränkungen. Weltweit sind über 120 Millionen
Menschen betroffen.
Pavithra Rajkumar von der indischen SRM University AP, einer noch jungen,
aber exzellent ausgestatteten und sehr international ausgerichteten
Privatuniversität, ist nach Deutschland gekommen, um an der Hochschule
Coburg ihre Forschung zu vertiefen. In einer klinischen Studie untersucht
sie Proteinmarker im Blut, die biologische Veränderungen während der
Behandlung widerspiegeln, um die Mechanismen der Genesung besser zu
verstehen. Ihre Forschung geht dabei über die Bestätigung medizinischer
Besserung hinaus und wird wertvolle Einblicke in den Heilungsprozess
liefern. Sie kooperiert eng mit dem Institute of Applied Dermatology (IAD)
in Indien, das ein integratives Behandlungskonzept für Lymphödeme
entwickelt hat, welches bereits beeindruckende Erfolge bei der Rückbildung
dieser chronischen Erkrankung erzielen konnte.
„Mein Ziel ist es, einfache und verlässliche Biomarker zu identifizieren,
die helfen, Therapiefortschritte besser zu überwachen und Behandlungen
individuell anzupassen“, erklärt Rajkumar. Das Promotionszentrum
Analytics4Health an der Hochschule Coburg – mit seiner interdisziplinären
Ausrichtung und der Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für
Zelltherapie und Immunologie in Leipzig – bietet dafür ideale
Rahmenbedingungen. Hier wird sie von Prof. Dr. Kalkhof in leistungsstarke
bioanalytische Verfahren wie Proteomik, Massenspektrometrie und
Bioelektrische Impedanz Analyse geschult und eingearbeitet.
Ankommen und wachsen in Coburg
Die ersten Monate in Deutschland bedeuteten für die junge Doktorandin eine
große Umstellung. Neben den für sie neuen Methoden in der Forschung
warteten weitere Herausforderungen: von der Beantragung des Stipendiums
und des Visums bis zur Wohnungssuche musste sie vieles organisieren. Die
offene und herzliche Atmosphäre an der Hochschule Coburg sowie die
Unterstützung ihres Mentorats-Teams halfen ihr dabei, sich schnell
einzuleben.
Neben der Laborarbeit schätzt Rajkumar besonders Coburgs ruhige und
kulturreiche Umgebung. Das friedliche Stadtbild mit seinen freundlichen
Menschen bietet ihr den nötigen Ausgleich, um die Balance zwischen
anspruchsvoller Forschung und persönlichem Wohlbefinden zu bewahren.
Für eine bessere Welt forschen
Zukünftig möchte Rajkumar ihre Forschung auf weitere Bereiche ausweiten
und die Verbindung zwischen Gesundheit und Umweltschutz stärken. „Ich will
mit meiner Arbeit etwas bewirken, das nicht nur Menschen hilft, sondern
auch die Natur schützt“, sagt sie.
Prof. Dr. Kalkhof, ihr Co-Betreuer und Leiter der Forschungsgruppe
Instrumentelle Bioanalytik, sieht in ihr eine engagierte
Nachwuchswissenschaftlerin, die an der Schnittstelle von Bioanalytik und
Medizintechnik spannende Beiträge leistet. Mit seiner Erfahrung und den
internationalen Kooperationen unterstützt er Rajkumars Forschung
bestmöglich.
„Für mich ist es eine große Freude, talentierte Forschende zu fördern,
ihre Karrieren zu begleiten und gemeinsam Innovationen voranzutreiben“,
sagt Kalkhof. Die Hochschule Coburg baut so Brücken zu Forschungspartnern
weltweit und fördert Talente, die Zukunft gestalten.
