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EU-Projekt POSEIDON bringt Wertschöpfungskette „E-Methanol als Schiffskraftstoff“ auf den Weg

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Das EU-Projekt POSEIDON befasst sich mit der Verwendung von synthetischem
Methanol (E-Methanol) als nachhaltigem Kraftstoff für die Schifffahrt. Im
zweiten Projektjahr  wurden bedeutende Fortschritte erzielt, insbesondere
hinsichtlich der Charakterisierung der Wertschöpfungskette „E-Methanol als
Schiffskraftstoff“, der Entwicklung von Modellierungswerkzeugen, und des
Baus der ICODOS-Prototypanlage. Diese Ergebnisse ebnen den Weg für die
Durchführung von Folgenabschätzungen für die beiden Fallstudien Valencia
und Thessaloniki, die Replizierbarkeit des Konzepts auf andere Standorte,
sowie für Demonstrationen und Tests, die die Hauptaktivitäten der zweiten
Hälfte des Projekts sein werden.

Das EU-Projekt POSEIDON befasst sich mit der Demonstration der Verwendung
von synthetischem Methanol (E-Methanol) als nachhaltigem Kraftstoff für
die Schifffahrt. Im zweiten Projektjahr, in der Mitte seiner Laufzeit,
wurden bedeutende Fortschritte erzielt, insbesondere hinsichtlich der
Charakterisierung der Wertschöpfungskette „E-Methanol als
Schiffskraftstoff“, der Entwicklung von Modellierungswerkzeugen, und des
Baus der ICODOS-Prototypanlage. Diese Ergebnisse ebnen den Weg für die
Durchführung von Folgenabschätzungen für die beiden Fallstudien Valencia
und Thessaloniki, die Replizierbarkeit des Konzepts auf andere Standorte,
sowie für Demonstrationen und Tests, die die Hauptaktivitäten der zweiten
Hälfte des Projekts sein werden.

Das Steinbeis Europa Zentrum unterstützt als Projektpartner das
Projektmanagement und ist für die Kommunikation, Verbreitung und
Verwertung der Projektergebnisse verantwortlich.

Charakterisierung der Wertschöpfungskette und Entwicklung von
Modellierungswerkzeugen

Die Wertschöpfungskette ist der Grundpfeiler des POSEIDON-Projekts und
umfasst alle wichtigen Komponenten und Akteure, die an der Herstellung,
dem Vertrieb und der Verwendung von synthetischem Methanol (E-Methanol)
als nachhaltigem Kraftstoff für den Seeverkehr beteiligt sind.
Entscheidend ist, dass alle Partner das gleiche Verständnis der
Wertschöpfungskette haben, um sicherzustellen, dass alle Projektaufgaben
aufeinander abgestimmt werden können.

Im April 2024, neun Monate nach Projektbeginn und auf der Grundlage von
Rückmeldungen von Mitgliedern der Communities of Practice (COP), wurde die
Wertschöpfungskette festgelegt, so dass die nächsten Projektaufgaben in
Angriff genommen werden konnten. Die Charakterisierung der
Wertschöpfungskette wurde vom Partner CERTH fortgesetzt, der im Februar
2025 einen detaillierten Bericht darüber erstellte, welche Technologien
bei der Umsetzung der E-Methanol-Wertschöpfungskette zum Einsatz kommen.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein wurde Ende Sommer 2025 erreicht, als
der Projektkoordinator EIFER die für die Modellierung der
Wertschöpfungskette erforderlichen Modelle und Daten bereitstellte, die
als Ergebnis der Zusammenarbeit aller Projektpartner entstanden waren. All
diese Fortschritte haben es EIFER ermöglicht, TRIDENT zu entwickeln, ein
Modellierungstool, das die technische, wirtschaftliche und ökologische
Bewertung der Wertschöpfungskette „synthetisches Methanol als
Schiffskraftstoff“ unterstützen soll. Mit diesem Tool können Nutzer die
Wertschöpfungskette von beiden Enden aus aufbauen, entweder beginnend mit
CO₂ als Emissionsquelle oder mit Schiffen als Endverbrauchern von
E-Methanol, und anschließend automatisch die fehlenden Elemente
generieren.

Im Februar 2025 wurde den Partnern eine erste Version der
Benutzeroberfläche zusammen mit einer Übersicht über die wichtigsten
Funktionen des Tools vorgestellt, und im September 2025 wurde die erste
Version des Tools intern an die Projektpartner verteilt. In den kommenden
Monaten wird das Tool von verschiedenen Nutzergruppen innerhalb und
außerhalb des Projekts getestet und weiterentwickelt, bevor es im März
2026 für alle interessierten Nutzer frei zugänglich sein wird.
Letztendlich soll dieses Tool den Interessengruppen ermöglichen, sich mit
dem Thema alternative Kraftstoffe, insbesondere E-Methanol für maritime
Anwendungen, vertraut zu machen und eigene Szenarien zu entwerfen und
durchzuspielen, wodurch die Replizierbarkeit des POSEIDON-Konzepts
gefördert wird.

TEA- und LCA-Studien – vorbereitende Schritte und erste Ergebnisse

Eine detaillierte Analyse der Auswirkungen der Umsetzung der
Wertschöpfungskette wird von den Projektpartnern CERTH und RINA
vorgenommen, die eine technisch-wirtschaftliche Folgenabschätzung
(TEA/LCC) sowie eine ökologische und soziale Lebenszyklusbewertung
(LCA/S-LCA) durchführen werden. Im ersten Projektjahr legten sie mit der
Entwicklung einer robusten Methodik den Grundstein für diese Bewertungen.
Dieser Schritt umfasste die Identifizierung von Systemelementen und
-grenzen, die Erstellung von Energie- und Massenmodellen, die Beschreibung
der Datenanforderung und die Definition von Leistungsindikatoren. Parallel
zu diesen Arbeiten arbeitete der Projektpartner AUTH an der Definition von
Szenarien für die beiden Fallstudien Valencia und Thessaloniki, die als
Eingabedaten für TEA/LCC und LCA/S-LCA dienen werden. Erste Entwürfe der
Szenarien wurden den Projektpartnern im Oktober 2024 vorgelegt, und die
endgültigen Fassungen wurden im Februar 2025 unter Berücksichtigung der
Rückmeldungen der Mitglieder der COP in Valencia und Thessaloniki
veröffentlicht. Nach diesem Meilenstein haben die Partner CERTH und RINA
ihre Bewertungsinstrumente weiterentwickelt, damit sie für die
untersuchten Szenarien eingesetzt werden können. Im September 2025 stellte
CERTH vorläufige Ergebnisse der TEA für das erste Szenario der Fallstudie
Thessaloniki vor. In den kommenden Monaten werden CERTH und RINA
umfassende Bewertungen durchführen, deren vorläufige Ergebnisse bis Ende
2025 erwartet werden. Die Ergebnisse dieser Analysen werden entscheidend
für die Entwicklung von Fahrplänen und Empfehlungen zur Umsetzung neuer E
-Methanol-Wertschöpfungsketten für die Schifffahrt in Valencia und
Thessaloniki sein.

Endphase der Ingenieursarbeiten an der ICODOS-Prototyp-Anlage und
Bauarbeiten

Der Schwerpunkt von POSEIDON liegt auf der Demonstration eines innovativen
E-Methanol-Verfahrens, das die Entwicklung, den Bau und die Erprobung
einer fortschrittlichen Pilotanlage umfasst, in der Kohlendioxid (CO2),
Wasserstoff (H2) und erneuerbare Energie in synthetisches Methanol
umgewandelt werden. Dieser innovative Prototyp, der täglich 500 Liter
erneuerbares E-Methanol produzieren soll, wird derzeit vom Projektpartner
ICODOS mit Unterstützung des Partners Karlsruhe Institut für Technologie
(KIT) entwickelt und gebaut. Einer der Hauptvorteile besteht darin, dass
mehrere Technologien in einen einzigen Prozess kombiniert werden
(CO2-Abscheidung und E-Methanol-Synthese), wodurch die Investitions- und
Betriebskosten durch Minimierung des Energie- und Materialbedarfs
erheblich gesenkt werden. Nach Abschluss der grundlegenden technischen
Studie im März 2024 setzte ICODOS die detaillierten technischen Arbeiten
fort, indem es Lieferanten für jedes wichtige Komponente identifizierte
und ein 3D-Modell der Anlage entwarf, in dem die relativen Positionen der
Komponenten und der Module, in denen sie untergebracht werden soll,
detailliert dargestellt sind. Die Ingenieursarbeiten wurden im Sommer 2025
mit dem erfolgreichen Abschluss der letzten Maßnahmen im Bereich
Prozesssteuerung und Automatisierung abgeschlossen. Der vom KIT
entwickelte digitale Zwilling hat sich als sehr nützlich erwiesen, um die
Automatisierungslogik zu verfeinern und einen optimierten Anlagenbetrieb
zu gewährleisten. Neben diesen Designstudien hat ICODOS auch bedeutende
Fortschritte beim Bau seines Prototyps erzielt. Nach der Festlegung der
Baustrategie am Ende des ersten Projektjahres wurden die
Beschaffungsmaßnahmen eingeleitet und alle Bestellungen für die
wichtigsten Komponenten aufgegeben. Im ersten Quartal 2026 wird ICODOS die
letzten Anlagenkomponente und Module erhalten, mit denen die letzten
Phasen der Vorfertigung, einschließlich der Elektro-, Instrumentierungs-
und Rohrleitungsarbeiten, in seiner Werkstatt in Deutschland abgeschlossen
werden können.

Das POSEIDON-Projekt in Kürze

Das vom Europäischen Institut für Energieforschung (EIFER) koordinierte
Projekt begann im September 2023 und läuft bis August 2027. Es umfasst 19
Partner aus 7 europäischen Ländern: EIFER, EDF, KIT, RINA, Fundación
Valenciaport, Aristotle University of Thessaloniki, ICODOS, Fincantieri,
Isotta Fraschini Motori - IFM (Fincantieri Group), Winterthur Gas & Diesel
- WinGD, Steinbeis Europa Zentrum/Steinbeis Innovation gGmbH, Global
Omnium, Port of Thessaloniki – ThPA S.A., CERTH, CNR-STEMS, Swedish
Maritime Administration, CAO Hellas Natural Chemicals, CAO Hellas
Macedonia, and AVEBIOM.

POSEIDON wird im Rahmen der Fördervereinbarung 101117616 aus dem
Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union finanziert. Die
Europäische Kommission kofinanziert das Projekt mit fast 9,7 Millionen
Euro. Die Aktivitäten des Schweizer Projektpartners WinGD werden vom
Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)
kofinanziert.