Dr. Joseph Whittingham erhält Dissertationspreis für seine Forschung zu Galaxienverschmelzungen und Radiorelikten
Dr. Joseph Whittingham erhält den Preis der Physikalischen Gesellschaft zu
Berlin e.V. für seine Doktorarbeit, die er unter der Betreuung von Prof.
Dr. Christoph Pfrommer am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)
sowie an der Universität Potsdam anfertigte.
Die Dissertation mit dem Titel „Merging galaxies and clusters: Insights
into the role of magnetic fields and the physics of radio relics“
beschäftigt sich mit zwei grundlegenden Fragen der modernen
extragalaktischen Astrophysik: nach der Rolle magnetischer Felder bei der
Verschmelzung von Scheibengalaxien sowie den physikalischen Prozessen, die
zur Entstehung von Radio-Relikten in den äußeren Regionen von
Galaxienhaufen führen. Beide Themen sind entscheidend für das Verständnis
der Entwicklung kosmischer Strukturen und erfordern hochaufgelöste
magnetohydrodynamische Simulationen, wie sie am AIP entwickelt und
eingesetzt werden.
„Durch eine Serie von kosmologischen Zoom-in-Simulationen konnte ich
aufzeigen, wie empfindlich galaktische Verschmelzungen auf das
Vorhandensein und die Verstärkung von Magnetfeldern reagieren“, erklärt
Dr. Joseph Whittingham. „Die Simulationen zeigen, dass Magnetfelder den
Transport von Drehimpuls während der Verschmelzung fundamental
beeinflussen und so zu stark unterschiedlichen Endmorphologien führen.
Darüber hinaus konnte ich einen physikalischen Mechanismus herausarbeiten,
der erklärt, wie Radio-Relikte durch die Wechselwirkung verschiedener
Typen von Stoßwellen und Dichtefluktuationen entstehen. Es ist eine große
Ehre für mich, für diese Arbeit ausgezeichnet zu werden.“
„Die Dissertation von Dr. Joseph Whittingham liefert wichtige neue
Einsichten in die Physik der Galaxienverschmelzungen und Radiorelikte“,
würdigt Prof. Dr. Christoph Pfrommer, Leiter der Abteilung Kosmologie und
Hochenergie-Astrophysik am AIP. „Insbesondere sein Modell für Radio-
Relikte bietet elegante Lösungen für fünf zentrale offene Fragen und setzt
einen neuen Maßstab für theoretische Arbeiten zu diesem Thema. Wir freuen
uns, dass Joseph uns weiterhin am AIP mit seiner Arbeit unterstützen
wird“.
Die Arbeit von Joseph Whittingham untersucht, wie Stoßwellen in
Galaxienhaufen entstehen und sich entwickeln, und verfolgt dabei ihre
Auswirkungen bis hin zur beobachtbaren Radiostrahlung. Mit vernetzten
Simulationen auf unterschiedlichen Skalen zeigte er, wie verschiedene
Stoßwellen zusammenwirken, das Gas verdichten und Magnetfelder verstärken.
Dadurch lassen sich viele Eigenschaften der Radiorelikte erklären sowie
Unterschiede zwischen Radio- und Röntgenmessungen besser verstehen.
Der Dissertationspreis 2025 wird im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung
an der Universität Potsdam verliehen. Dabei stellen die Preisträgerinnen
und Preisträger ihre ausgezeichneten Arbeiten vor. Die Preisverleihung
findet am Mittwoch, den 10. Dezember 2025, um 17:15 Uhr auf dem Uni Campus
Golm, am Institut für Physik und Astronomie, Karl-Liebknecht-Straße 24–25,
14476 Potsdam (Campus Golm, Haus 28), im Hörsaal 0.108 statt.
