Vortrag: Die Zukunft der Demokratie
Hans Gersbach spricht in der Ruperto Carola Ringvorlesung über neue
Konzepte auf der Grundlage von Digitalisierung und KI
Über die „Zukunft der Demokratie: Digital und mit KI“ spricht in einem
Gastvortrag Prof. Dr. Hans Gersbach. Der Wirtschaftswissenschaftler von
der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz) wird darin
erläutern, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz angesichts
tiefgreifender Herausforderungen helfen können, die Demokratie als
nachhaltige, selbstbestimmte Gesellschaftsform zu bewahren. Sein Beitrag
ist Teil der Ruperto Carola Ringvorlesung „Mensch und Algorithmus – wem
gehört die Zukunft?“, die die Universität Heidelberg in diesem
Wintersemester durchführt. Die Veranstaltung mit Prof. Gersbach findet am
Montag, 8. Dezember 2025, in der Aula der Alten Universität statt und
beginnt um 18.15 Uhr.
Unzufriedenheit, Polarisierung und Vertrauensverlust, die wachsende
Unterstützung für „starke Führer“ und eine zunehmende Autokratisierung
weltweit gefährden nach den Worten des Referenten die Grundlagen der
Demokratie. Vor diesem Hintergrund präsentiert Prof. Gersbach in seinem
Vortrag neue Konzepte, die die identitätsstiftende Kraft einer
demokratischen Gesellschaft stärken sollen. Dazu zählen zum Beispiel
flexible Mehrheitsregeln sowie auf Digitalisierung und Künstlicher
Intelligenz basierende „Supporter-Demokratien“, in denen digitale
Zwillinge als personalisierte KI-Assistenten die Bürgerinnen und Bürger
bei politischen Entscheidungen unterstützen. Hans Gersbach war von 1995 an
Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Heidelberg und hat
seit 2006 den Lehrstuhl für „Makroökonomie: Innovation und Politik“ an der
ETH Zürich inne. Er ist Co-Direktor des dort angesiedelten
Wirtschaftsforschungsinstituts KOF sowie Mitglied des wissenschaftlichen
Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Prof. Gersbach
forscht zur Gestaltung neuer wirtschaftlicher und politischer
Institutionen.
Die Ruperto Carola Ringvorlesung ist Teil eines Konzepts von Fokusthemen.
Damit will die Universität Heidelberg zweimal jährlich gesellschaftlich
relevante Forschungsfragen in unterschiedlichen Formaten an die breite
Öffentlichkeit herantragen. In der aktuellen Reihe zum Fokusthema AKTIV &
PASSIV befassen sich Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen
disziplinären Perspektiven mit vielschichtigen Fragen zum Umgang mit
Künstlicher Intelligenz. Anliegen der Ringvorlesung ist es, mit der
interessierten Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen. Konzipiert wurde die
Reihe gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Dreuw, Prorektor für Forschung und
Digitalisierung der Universität Heidelberg, und Dr. Nicole Najemnik,
Beauftragte für Künstliche Intelligenz an der Ruperto Carola, unterstützt
vom KI-Board der Universität.
Der Veranstaltung mit Prof. Gersbach folgen drei weitere Vorträge mit
Referentinnen und Referenten aus Heidelberg und Konstanz, die über den
Umgang mit künstlichen Agenten, Religion und KI sowie Künstliche
Intelligenz und Strafrecht sprechen. Sie finden in der Aula der Alten
Universität statt; Beginn ist jeweils um 18.15 Uhr. Aufzeichnungen der
Beiträge sind zu einem späteren Zeitpunkt abrufbar auf heiONLINE, dem
zentralen Portal der Universität Heidelberg mit Vorträgen,
Diskussionsrunden und Veranstaltungen in digitalen Formaten.
