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Vom Nebel zum Navigationssystem: Wie Staat und Verwaltung wirkungsorientierter werden können

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Noch nie wurde so viel über Digitalisierung gesprochen und so wenig über
die Menschen, die sie im Behördenalltag tatsächlich umsetzen müssen. Ein
neues Impulspapier des
NEGZ · Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung zeigt, welche entscheidende
Rolle die Faktoren Transparenz und Kompetenz für eine wirksame
Verwaltungsmodernisierung spielen.



Das Impulspapier „Mehr Transparenz und Kompetenz für mehr Transformation“
basiert auf einem Round Table vom 12. September 2025 in Berlin und führt
Perspektiven aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft zusammen. Die Autor:innen machen deutlich: Moderne
Verwaltung gelingt nicht durch mehr Gesetze, IT-Programme oder
Beratungsverträge, sondern mit Klarheit, Durchblick und
Handlungsfähigkeit.

„Wir brauchen kein Mehr an Kontrolle, sondern ein spürbares Mehr an
Wirksamkeit“, so NEGZ-Vorstandsmitglied Andreas Steffen. „Das Impulspapier
zeigt, wie es gelingen kann – mit konkreten Handlungsvorschlägen für Bund,
Länder und Kommunen.“

Zentrale Impulse

1. Beratung als Lernprozess statt Abhängigkeit
Beratungsleistungen in Verwaltungen sollten verbindliche Elemente für
Wirkungsorientierung, Wissenstransfer und Lessons Learned enthalten. So
wird aus externer Beratung ein nachhaltiger Lernprozess, statt dauerhafter
Abhängigkeit.

2. Transparenz für Nachvollziehbarkeit und Wirkung
Klare Verantwortlichkeiten, transparente Entscheidungsprozesse und
dokumentierte Wirkungsziele bilden die Grundlage für eine verlässliche
Steuerung und stärken das Vertrauen in wirksames staatliches Handeln.

3. Kompetenz als Grundlage für Handlungsfähigkeit
Professionelle Projektsteuerung, Auftraggeberkompetenz und datenbasierte
Entscheidungen gelten als zentrale Faktoren moderner Verwaltungspraxis.
Sie unterstützen Organisationen dabei, Veränderungsprozesse aktiv und
sicher zu gestalten.

4. Vergabeprozesse wirkungsorientiert weiterentwickeln
Viele Vergabeprozesse sind komplex und stark formalisiert. Das
Impulspapier skizziert, wie Vergaben lebenszyklusorientiert,
innovationsfreundlich und auf nachvollziehbare Ergebnisse ausgerichtet
gestaltet werden können.
„Digitalisierung beginnt nicht mit Software. Auftraggeberkompetenz,
Lernkultur und Transparenz sind die Grundausstattung eines modernen
Staates.“  (Jana Janze, NEGZ-Vorstandsmitglied)

Blick in die Zukunft: Szenarien für das Jahr 2035

Um die Bedeutung der beiden Faktoren Transparenz und Kompetenz greifbar zu
machen, skizzieren die Autor:innen drei Zukunftsszenarien:

Vom Nebel zum Navigationssystem – Transparenz schafft Vertrauen:
Eine Verwaltung mit nachvollziehbaren Entscheidungen, offenen Daten,
gemeinsamen Standards und verbindlichen Wirkungsindikatoren.

Kompetent steuern – Kompetenz und Verantwortung:
Behörden arbeiten mit klaren Rollen und Fähigkeitsprofilen.
Führungskompetenzen sind klar definiert, um Projekte wirksam zu steuern.

Wirkungsorientierte Vergabe – Vergabe und Umsetzung:
Wirkungsorientierte Strukturen, in denen Vergaben und
Haushaltsentscheidungen an Ergebnissen ausgerichtet sind, nicht an
Formalien. Experimentierräume schaffen neue Innovationen.

Mit dem Impulspapier knüpfen die Autor:innen Andreas Steffen, Jana Janze
und Stefanie Köhl an zentrale Zielsetzungen der Modernisierungsagenda des
Bundes und Strategien des Nationalen Normenkontrollrats an und geben
praxisnahe Handlungsempfehlung für Bund, Länder und Kommunen. Es
verdeutlicht: Transparenz und Kompetenz gehören untrennbar zusammen und
sind Basis für eine lernende und wirkungsvolle Verwaltung.

Hier geht es zum Impulspapier: https://negz.org/publikation/mehr-
transparenz-und-kompetenz-fuer-mehr-transformation/


Über das NEGZ
Das NEGZ · Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung ist Fachnetzwerk und
Denkfabrik für die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland. Es vereint
rund 300 Mitglieder aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft. Als gemeinnütziger und unabhängiger Verein
veröffentlicht das NEGZ Studien und Impulse, organisiert Austauschformate
und bringt seine Expertise in die fachliche Diskussion ein.