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Fraunhofer IWES führt Nordsee-Messung mit Lidar-Bojen im Auftrag des BSH durch

Eine der Messbojen an ihrem Einsatzort in der Nordsee.  Copyright: © Fraunhofer IWES/Peter Rohde
Eine der Messbojen an ihrem Einsatzort in der Nordsee. Copyright: © Fraunhofer IWES/Peter Rohde
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Im Auftrag des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat
das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES erneut zwei Lidar-
Messbojen in der Nordsee installiert. Die Bojen erheben in einer
zwölfmonatigen Messkampagne Daten für die meteorologische Voruntersuchung
der Fläche N-9.5 im Rahmen des Flächenentwicklungsplans.

Bei den
aufwändigen Voruntersuchungen kann sich das Fraunhofer IWES Erfahrungen
vorangegangener Projekte zunutze machen. Es leistet damit einen Beitrag
zum erfolgreichen Offshore-Ausbau der nächsten Jahre.

Seit Anfang September befinden sich die zwei Lidar-Messbojen an ihren
vorgesehenen Standorten in der Deutschen Bucht nahe der holländischen
Grenze, und übermitteln Daten zu Windgeschwindigkeiten und -richtung sowie
zu Wellen und Strömungen. Bei den zwei Fraunhofer IWES Wind-Lidar-Bojen
handelt es sich um Light Detection and Ranging-Bojen, die ein Laser-
basiertes Messverfahren einsetzen, um die Windgeschwindigkeiten in großen
Höhen zu bestimmen.

Für eine optimale Flächenabdeckung durch die erhobenen Messdaten wird die
Fläche mit zwei Bojen vermessen. Um einen reibungslosen Ablauf der
Messungen sicherzustellen, werden die Bojen dauerhaft automatisiert
überwacht. Zusätzlich überprüft ein Ingenieurteam täglich den Zustand aus
der Ferne. Ein Qualitäts- und Plausibilitätscheck der Messdaten wird
fortwährend durchgeführt.

»Wir freuen uns, wieder für das BSH eine solche Messkampagne durchführen
und damit einen wesentlichen Beitrag für den Ausbau erneuerbarer Energien
leisten zu können«, sagt Stephan Stone vom Fraunhofer IWES. Die erfassten
meteorologischen und ozeanografischen Daten werden ausgewertet und bei
einer effizienten und wirtschaftlichen Auslegung, Planung und Modellierung
der Offshore-Windparks herangezogen.

Das Fraunhofer IWES hat bereits viermal in der Deutschen Bucht im Auftrag
des BSH Messkampagnen erfolgreich abgeschlossen. Die generierten
Datensätze sind allgemein zugänglich und werden von Windparkbetreibern für
Entscheidungen herangezogen, zum Beispiel zur Festlegung der Anzahl von
Windenergieanlagen, für das Windpark-Layout und zur passgenauen Auslegung
der Windenergieanlagen. Die Messdaten für die Fläche N-9.5 werden nach
Abschluss der Kampagne ebenfalls über das Datenportal
Flächenvoruntersuchung des BSH zur Verfügung gestellt.

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Fraunhofer IWES
Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES betreibt
anwendungsorientierte Forschung für eine nachhaltige Zukunft. Die
Fokusthemen des Fraunhofer IWES sind: Offshore, Wasserstoff,
Prüfinfrastruktur und Digitalisierung. Die Forschungsarbeit in diesen
zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien spielt im Innovationsprozess eine
zentrale Rolle und stärkt durch den Transfer der Forschungsergebnisse in
die Industrie den Wirtschaftsstandort zum Wohle unserer Gesellschaft. Mehr
als 400 Mitarbeitende an neun Standorten entwickeln innovative Methoden,
um den Ausbau der Windenergie- und Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen,
die Risiken zu minimieren und die Kosteneffizienz zu steigern.