Zum Hauptinhalt springen

Statuskonferenz Bioenergie: Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren Potenziale von Biomasse

Statuskonferenz Bioenergie im Leipziger Mediencampus Villa Ida  Quelle: Paul Trainer
Statuskonferenz Bioenergie im Leipziger Mediencampus Villa Ida Quelle: Paul Trainer
Pin It

Die vielfältigen Potenziale der Bioenergie bringen die Energiewende an
komplizierten Schlüsselstellen entscheidend voran und tragen wesentlich
dazu bei, das Energiesystem resilient und zukunftssicher aufzustellen. Auf
der Statuskonferenz Bioenergie des Förderprogramms „Energetische
Biomassenutzung“ haben sich am 20./21. November 2025 vor diesem
Hintergrund rund 120 Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
zu den Potenzialen der Bioenergie ausgetauscht und wissenschaftliche
Forschungsansätze weiterentwickelt.



In Ihrem Grußwort verwies die Referentin Iulia Dolganova vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) auf die Bedeutung der
Bioenergie im 8. Energieforschungsprogramm (8. EFP) des
Wirtschaftsministeriums und zeigte in einem Überblicksvortrag zum
Forschungsprogramm insbesondere die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten
sowie die Flexibilität, Effizienz und Resilienz von Biomasse auf.
Wesentliche Missionsziele des 8. EFP seien durch die Bioenergie erfüllbar,
so Dolganova.

Wie umfangreich die Themenfelder und die Einsatzmöglichkeiten im Bereich
der Bioenergie im Jahr 2025 sind, machte auch die Vielfalt der einzelnen
Sessions deutlich. So reichte das inhaltliche Spektrum u.a. von
integrierten Anlagenkonzepten über emissionsarme Verbrennung bis zu
Wasserstoff aus der Vergasung von Biomasse. Besonderes Interesse fanden
insbesondere die Workshops zu Negativemissionen sowie zu flexiblen
Anlagen, welche volatil auf den Strompreis reagieren.

Im Workshop „Biomasse-Kaskaden für CO2-Entnahme mit System“ wurde
deutlich, dass die biobasierte Kohlenstoffdioxid-Entnahme (bioCDR) den
größten Teil der erforderlichen Kohlenstoffentnahme aus der Atmosphäre
leisten kann. „Eine der zentralen Herausforderungen bei der Umsetzung von
bioCDR ist die Verfügbarkeit von Biomasseressourcen. Diese Herausforderung
könnte durch die Kaskadennutzung angegangen werden, wobei zusätzliche
Potenziale zur Reduzierung der Umweltbelastung, Steigerung der
Wirtschafts- und Ressourceneffizienz, sowie Verbesserung der
gesellschaftlichen Akzeptanz erwartet werden. So kann der begrenzte
Rohstoff Biomasse möglichst effizient und multifunktional eingesetzt
werden“, so die DBFZ-Wissenschaftlerin Ronja Wollnik.

Im Workshop „Variable Strompreise und flexible Bioenergie“ wurde ein
Ansatz zur Vorhersage von Strompreisen mit Machine Learning präsentiert
und aufgezeigt, wie Bioenergie die Strompreise auf dem deutschen Markt
beeinflusst. Anschließend berichteten Vertreter:innen des Projektes
FLXsynErgy aus der Praxis, wie die Flexibilität von Faulgasanlagen mit
optimaler Kosten-Nutzen-Effizienz auf variable Strompreise eingestellt
werden kann.

Die diesjährige Statuskonferenz machte deutlich: Um Bioenergie sinnvoll
und nachhaltig im nationalen Energiesystem einsetzen zu können, müssen
alle Nebenprodukte mitgedacht werden. Die Ausformung der
Kreislaufwirtschaft sowie die Innovationen der CO2-Abscheidung setzen hier
bereits zukunftsweisende Impulse. Diese Chancen zu nutzen und gleichzeitig
das ganze System im Blick zu behalten, ist und bleibt die große
Herausforderung, so die Teilnehmenden.

Der Tagungsreader zur Veranstaltung steht kostenfrei unter dem folgenden
Link zur Verfügung: https://www.energetische-
biomassenutzung.de/de/sk/Bioenergie2025

Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“

Der Förderbereich „Energetische Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe“
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) ist Teil des
achten Energieforschungsprogramms, das im Oktober 2023 von der
Bundesregierung vorgestellt wurde. Dort sind Missionen festgelegt, die
dabei helfen sollen, aktuelle Forschung zielorientiert finanziell zu
unterstützen, wozu die Förderung der energetischen Biomassenutzung gehört.
Die am DBFZ ansässige Begleitforschung koordiniert im Auftrag des BMWE und
des Projektträgers Jülich auch das Forschungsnetzwerk Bioenergie.