BIP und DHDS: Treffen am European Campus zur Zukunft im Gesundheitswesen – Schalte zur Ministerin
Zehn Tage lang hat das International Office am European Campus Rottal-Inn
(ECRI) der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) unter dem Titel „AI for
Health“ ein “Erasmus+ Blended Intensive Programme“ (BIP) durchgeführt, ein
Kurzzeitstudium mit Partner-Hochschulen zum Thema Künstliche Intelligenz
(KI) in der Gesundheit. Nahtlos ging die Veranstaltung in drei
Kongresstage der „DigiHealthDayS“ über, Teil des globalen Forums für
Gesundheit. Zum Abschluss in der Stadthalle Pfarrkirchen schaltete sich
die bayerische Gesundheitsministerin, Judith Gerlach, zu.
Was Forschungen zur digitalen Medizin anbelangt, zeigte sich die Rottaler
Kreisstadt insgesamt zwölf Tage lang als Nabel der europäischen
Forscherwelt mit englischsprachigen Vorträgen, Workshops und Diskussionen.
So brachte das BIP neun Wissenschaftler und knapp 60 Studierende von 13
Partnerhochschulen samt European Campus an einen Tisch. Die anschließenden
„DigiHealthDayS“ umfassten vor Ort und online 40 international renommierte
Redner sowie rund 400 Teilnehmer aus weit über 100 Ländern.
Zunächst erörterte das “Erasmus+ Blended Intensive Programme“ die
Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz für das Gesundheitswesen – von
der Forschung und Entwicklung bis zur klinischen Überprüfung und sicheren
Einführung. Zur Sprache kam, wie moderne Technologien selbstständig aus
Daten lernen, komplexe Muster erkennen und klinische Entscheidungen etwa
in der medizinischen Diagnostik unterstützen. In punkto Datenqualität lag
der Schwerpunkt darauf, wie KI-Tools transparent, zuverlässig und
unvoreingenommen arbeiten. In diesem Rahmen befassten sich die Teilnehmer
mit algorithmischen Empfehlungen, zudem mit ethischen Fragen, etwa der
Privatsphäre von Patienten. Schließlich zählt, die Akzeptanz digitaler
Lösungen beim medizinischen Fachpersonal und den Patienten zu
gewährleisten. Als Partner kamen u.a. folgende Hochschulen an den ECRI:
Luleå University of Technology (Schweden), Thomas More University
(Belgien) und University of Agder (Norwegen).
Die sechste Auflage der DigiHealthDayS starteten mit dem jährlichen
Treffen der XiA-Mitglieder und deren Projekt zur Zusammenarbeit im
Gesundheitswesen. Zum folgenden Kongresstag begrüßte Prof. Dr. Horst
Kunhardt zum „globalen Blick auf digitale Gesundheit aus dem Herzen
Europas“. Als Avatar zugeschaltet, nannte DHDs-Initiator Prof. Dr. Georgi
Chaltikyan „die künstliche Intelligenz einen Beschleuniger der digitalen
Welt“.
In ihrer Videobotschaft bezeichnete die bayerische Staatsministerin für
Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, „die Digitalisierung
als integrativen Bestandteil unseres Lebens, gerade in Zeiten des
Fachkräftemangels“. Stv. Bürgermeister Hans Hirl lobte im Namen der Stadt
„das große Engagement des European Campus bei der digitalen Gesundheit“.
THD-Vizepräsident Prof. Dr. Marcus Herntrei freute sich darüber, „dass das
Treffen als Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dient“. Aus der
klinischen Praxis machte Chefarzt Dr. Jürgen Terhaag (Rottal-Inn Kliniken)
klar: „Es fordert heraus, Technologien einzuführen, die schnell überholt
sind.“ Seiner Einschätzung nach forciert der Fachkräftemangel gerade im
ländlichen Raum die anstehenden Entwicklungen.
Von Seiten der Forschung ging es zum Beispiel bei Bart de Witte (Isaree-
Gründer) um die Zukunft von automatisierten Assistenzplattformen auf KI-
Basis, etwa bei der Einnahme von Medikamenten. Prof. Rajendra Pratap Gupta
(u.a. UN/WHO) sah durch die Digitalisierung „ein goldenes Zeitalter der
Medizin aufsteigen“. Isabelle Zablit-Schmitz (stv. Numeum-
Generaldirektorin) favorisiert zunächst „europäische Lösungen“.
Darüber hinaus bekräftigte Dr. Karapat Davtyan von der
Weltgesundheitsorganisation in seiner Botschaft „die Zusammenarbeit mit
dem Team von Prof. Chaltikyan am European Campus als WHO Collaborating
Center“.
Von organisatorischer Seite der koordinierenden Hochschule vermeldeten
Daniela Schwertlinger und Marion Bachmeier-Staab (International Office)
eine „positive Resonanz zum BIP“. Ihr Rahmenprogramm umfasste etwa ein
„Welcome Dinner“ sowie eine Exkursion nach München.
Wie die gegebenen Impulse in der Forschung zu Fortschritten führen, kommt
beim nächsten Treffen zur Sprache. Passend dazu bleibt das globale Forum
namens „DigiHealthDay“ (DHD) das ganze Jahr über aktiv, unterstützt von
Ministerin Gerlach als Schirmherrin. Als DHDs-Hauptsponsor fungierte der
IT Spezialist MDSYSTEC GmbH (Mitterskirchen).
