Komplexe Themen aus der Psychologie für Laien verständlich erklärt
Mit der KLARpsy-Richtlinie arbeitet das Leibniz-Institut für Psychologie
(ZPID) psychologische Metaanalysen allgemeinverständlich auf. Komplexe
Themen aus der Psychologie können hiermit für Laien verständlich erklärt
werden.
Um interessierte fachfremde Personen (“Laien”) hochwertig und verständlich
über wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren, bedarf es
allgemeinverständlicher Zusammenfassungen wissenschaftlicher
Fachpublikationen. Sogenannte Metaanalysen eignen sich besonders gut als
Grundlage solcher Zusammenfassungen, da sie die Ergebnisse vieler
einzelner Studien kombinieren und einordnen.
Im vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz und vom
Bundesgesundheitsministerium gemeinsam finanzierten Projekt “PLan Psy” am
Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) wurde daher über zwei Jahre hinweg
erstmalig eine Richtlinie zum Verfassen von allgemeinverständlichen
Zusammenfassungen für psychologische Metaanalysen entwickelt: die KLARpsy-
Richtlinie. Sie basiert auf einer systematischen Literaturübersicht,
mehreren experimentellen und qualitativen Studien und einer Delphi-
Befragung von Expertinnen und Experten.
Die KLARpsy Richtlinie enthält eine Checkliste zum Schnelleinstieg, eine
Vorlage, ein Musterbeispiel sowie ausführliche Beschreibungen der
einzelnen Kriterien der Richtlinie inklusive Anwendungsbeispielen. Die
Richtlinie ist “open access” publiziert und kann auf dem Repositorium des
ZPID, PsychArchives, frei heruntergeladen, adaptiert, nachgenutzt und
verbreitet werden: https://doi.org/10.23668/psych
Die Richtlinie soll die Standardisierung, Qualitätssicherung und einfache
Erstellung allgemeinverständlicher Zusammenfassungen psychologischer
Fachinhalte ermöglichen. “Die Anwenderfreundlichkeit und die empirisch und
durch Expertise fundierten Kriterien der Richtlinie ermöglichen es allen
an Wissenschaftskommunikation interessierten Psychologinnen und
Psychologen, der Allgemeinheit mit geringem Aufwand und qualitätsgesichert
psychologische Evidenz in deutscher Sprache zu vermitteln”, erläutert
Anita Chasiotis, Projektleiterin von PLan Psy. “Damit wollen wir dazu
beitragen, psychologische Forschung besser zugänglich für interessierte
fachfremde Personengruppen zu machen. Auch für Praktikerinnen und
Praktiker kann die Richtlinie relevant sein, da sie viele allgemeine
Hinweise zum verständlichen Kommunizieren wissenschaftlicher Inhalte
enthält.”
Darüber hinaus wird die Richtlinie auch am ZPID zum Einsatz kommen, wenn
dort im Rahmen des neuen Angebots "KLARpsy" auf Basis der Richtlinie
allgemeinverständliche Zusammenfassungen psychologischer Metaanalysen für
interessierte fachfremde Zielgruppen produziert und frei zugänglich
veröffentlicht werden.
Originalpublikation:
https://doi.org/10.23668/psych
