Innovationen für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz – Neuer Innovationscampus offiziell gestartet
Forschungsergebnisse für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz schneller
in die Anwendung bringen: Das ist das Ziel des neuen Innovationscampus
Sicherheit und Verteidigung, der am 12. Oktober von Ministerpräsident Cem
Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sowie Vertreter*innen
aus Wissenschaft, Wirtschaft und Sicherheitsorganisationen offiziell
eröffnet wurde. Rund 300 Expert*innen von Hochschulen und
Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups, aber auch von
Sicherheitsorganen, der Bundeswehr sowie der Rettungskräfte und des
Katastrophenschutzes waren aus diesem Anlass an der Universität Stuttgart
zusammengekommen
Deutschland und die Europäische Union müssen auf zunehmende
Bedrohungslagen im Inneren und Äußeren reagieren und technologisch
souveräner werden. Dafür bündelt Baden-Württemberg seine Stärken in der
Sicherheits- und Verteidigungsforschung und führt die relevanten Akteure
zusammen.
„Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung tragen wir dazu
bei, dass Europa bei entscheidenden Sicherheitstechnologien auf eigenen
Füßen steht. Dafür bringen wir alle relevanten Akteure auf technologisch
höchstem Niveau zusammen. Damit aus Spitzenforschung Sicherheit wird“,
sagt Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bei der
Auftaktveranstaltung des neuen Innovationscampus.
„Innovationen in der Sicherheits- und Verteidigungsbranche sind auf sehr
schnelle Entwicklungsschritte angewiesen. Zugleich brauchen wir angesichts
der geopolitischen Lage auch langfristige Strategien für technologische
Souveränität und bestens ausgebildete Nachwuchskräfte. Beides müssen wir
als Land in den Blick nehmen. Als zentrale Anlaufstelle für
sicherheitsrelevante Forschung soll daher der neue Innovationscampus nicht
nur die Aktivitäten unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen
ermöglichen, stärken und bündeln, sondern auch als Netzwerk zwischen
Unternehmen und Universitäten sowie als Anlaufstelle für Bundeswehr und
andere Bedarfsträger wie Polizei, LKA, Verfassungsschutz oder THW dienen.
An der Uni Stuttgart wird beispielhaft mit dem neuen Hyperschallkanal eine
europaweit einmalige Anlage entstehen, die Testverfahren und
Strömungssimulationen für zivile und militärische Anwendungen erlaubt.
Einen Schwerpunkt legen wir überdies bewusst auf das Thema Resilienz. Denn
in Baden-Württemberg gibt es die große Expertise in der Notfallmedizin und
Versorgungsforschung“, sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.
„In der universitären Forschung haben wir langjährige Erfahrung mit
Technologien, die sowohl zivile, als auch sicherheitsrelevante Anwendungen
ermöglichen. Technisch orientierte Universitäten können deshalb im
Zusammenspiel mit Partnern aus unterschiedlichen Bereichen
Innovationstreiber für technologische Souveränität sein und so einen
wichtigen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen
leisten. Mit dem Innovationscampus entsteht ein vernetztes Ökosystem
zwischen Grundlagenforschung, außeruniversitärer Forschung, Wirtschaft und
Bedarfsträgern, das es uns ermöglicht, noch schneller aus der Forschung in
die Anwendung zu kommen“, sagt Professor Peter Middendorf, Rektor der
Universität Stuttgart.
Schneller aus der Forschung in die Anwendung
Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung in der ARENA2036 auf dem Campus
der Universität Stuttgart diskutierte im Anschluss an die Eröffnungsrede
des Ministerpräsidenten und eine Keynote des Sicherheitspolitikexperten
Dr. Christian Mölling eine Expert*innenrunde um Wissenschaftsministerin
Petra Olschowski die Rolle der Wissenschaft in der Zeitenwende. Eingerahmt
wurde die Veranstaltung von einem Marktplatz der Kompetenzen mit
Informationsständen von Universitäten, Hochschulen, außeruniversitären
Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Zu den Schwerpunkten des Innovationscampus gehören Themen wie Raumfahrt
und sichere Weltrauminfrastrukturen, Cyber Security und resiliente
Energienetze, Autonome Systeme, Mikroelektronik und Sensorsysteme sowie
klinische Notfallversorgung und medizinische Resilienz. Erste Meilensteine
sind die Entwicklung eines landesweiten Kompetenzatlas und die
Ausschreibung von Innovation Challenges, durch die Forschungsfragen aus
der Wirtschaft sowie aus Behörden und Organisationen mit
Sicherheitsaufgaben gezielt in die Wissenschaft getragen werden.
Über den Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung
Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung Baden-Württemberg
entsteht ein Netzwerk, das wissenschaftliche Exzellenz, industrielle
Anwendungskompetenz und gesellschaftliche Verantwortung systematisch
verbindet. Der Innovationscampus vernetzt Universitäten, Hochschulen,
Forschungseinrichtungen, Unternehmen ebenso wie Sicherheitsorgane, die
Bundeswehr sowie Rettungskräfte und Katastrophenschutz in Baden-
Württemberg. Er verfolgt das Ziel, Forschungsergebnisse für Sicherheit,
Verteidigung und Resilienz schneller in die Anwendung zu bringen und die
Skalierung neuer Technologien zu beschleunigen.
Der Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung ist der sechste
Innovationscampus des Landes Baden-Württemberg und wird durch das
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) gefördert. Das
Vorhaben erhält finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union im
Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die
Geschäftsstelle des Innovationscampus ist an der Universität Stuttgart
angesiedelt und verantwortet die operative Koordination und
Weiterentwicklung des landesweiten Netzwerks in enger Abstimmung mit dem
Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Weitere Stimmen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden
Prof. Jan Hesthaven, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie
(KIT):
„In der neuen geopolitischen Realität geht es um nationale Sicherheit und
strategische Souveränität. Dazu muss jeder Teil der Gesellschaft
beitragen, was er kann. Hochschulen spielen dabei eine entscheidende
Rolle: Sie liefern Lösungen und Zukunftstechnologien, um die Sicherheit
der Zivilgesellschaft zu gewährleisten. Das KIT stellt sich dieser
Verantwortung, und wir freuen uns, gemeinsam mit der Universität Stuttgart
den Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung zu gestalten.”
Dr. Christian Mölling, Sicherheitspolitikexperte:
„Neue Sicherheit entwickeln: Das ist die Aufgabe, vor der wir stehen, denn
die alte Sicherheit lässt sich nicht einfach wiederherstellen. Die
Aufgaben der beteiligten Institutionen greifen inzwischen so eng
ineinander, dass alle ihre Arbeit verändern müssen, um gemeinsam neue
Sicherheit schaffen zu können. Ich freue mich, dass der neue
Innovationscampus in Baden-Württemberg einen Ort für diese gemeinsame
Arbeit schaffen wird, und wünsche allen Beteiligten dafür Mut, Ausdauer
und viel Kraft.“
Dirk Krogmann, Senior Vice President Diehl Defence:
„Um unsere technologische Souveränität angesichts neuer geopolitischer
Herausforderungen zu sichern, müssen wir die Vernetzung der führenden
Forschungsstandorte zu einem bundesweiten Netzwerk der Innovationscampusse
ausbauen. Baden-Württemberg bietet mit seiner Forschungsstärke die ideale
Basis, um neben diesem Campus auch ein Innovationszentrum der Bundeswehr
zu etablieren und so den Transfer von Spitzenforschung direkt in die
Verteidigungsfähigkeit zu stärken.“
Sebastian Klaus, CEO ATMOS Space Cargo:
„Die Raumfahrt in Europa ist fest in Forschung und Industrie verankert.
Heute ist sie wichtiger denn je, für unsere Sicherheit und für unsere
Zukunftsfähigkeit, etwa bei der Entwicklung und Produktion moderner
Medikamente, Materialien und Technologien. Junge wie etablierte
Unternehmen brauchen dafür Fachkräfte und Testanlagen, um mit den
steigenden Anforderungen und Stückzahlen Schritt zu halten. Genau hier
setzt der Innovationscampus an.“
Prof. Jens Holtmanspötter, Leiter InnoLabs am Innovationszentrum der
Bundeswehr in Erding:
„Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der
Bundeswehr BAAINBw tritt mit dem Innovationszentrum der Bundeswehr an, um
gemeinsam mit dem Forschungs-, Technologie- und Innovationsökosystem
Deutschlands die technologische Souveränität und Überlegenheit für unsere
Soldaten sicherzustellen.“
Fabian Mayer, Vizepräsident und Leiter Präsidialstab Präsidium Technik,
Logistik, Service der Landespolizei Baden-Württemberg:
„Die Polizei Baden-Württemberg muss im Cyberraum genauso präsent und
handlungsfähig sein wie im realen Leben, um die Menschen in allen
Lebenslagen beschützen zu können. Für die Polizei Baden-Württemberg
besteht die aktuelle Herausforderung darin, technologische Innovation mit
digitaler Souveränität, fachlicher Qualität und der gezielten Entwicklung
menschlicher Kompetenzen zu verbinden. Damit wird Wissensmanagement zu
einer strategischen Schlüsselaufgabe.“
