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Zwischen Luftalarm und Wiederaufbau: PMT-Geschäftsführer Felix Bräuer begleitet Bundesumweltminister Carsten Schneider in die Ukraine

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Dreitägige Delegationsreise nach Kyjiw und Lwiw zeigt enormen Bedarf an resilienter Energie- und Infrastruktur – 15-köpfige deutsche Green-Tech-Wirtschaftsdelegation lotet konkrete Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten aus.Sechs Luftalarme am ersten Tag, Gespräche mit ukrainischen Ministern, Unternehmen und Kommunen und gleichzeitig ein außergewöhnlicher Wille zum Wiederaufbau: Felix Bräuer, Geschäftsführer von PMT – Premium Mounting Technologies, hat vom 18. bis 20. August 2026 an einer hochrangigen deutschen Delegationsreise in die Ukraine teilgenommen.

Begleitet wurde die 15-köpfige Green-Tech-Wirtschaftsdelegation von Bundesumweltminister Carsten Schneider und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Sören Bartol.

Mit dabei waren Unternehmen aus den Bereichen Photovoltaik, Batteriespeicher, Projektentwicklung, Wasseraufbereitung und Abfallwirtschaft – darunter Mercedes-Benz Energy, GOLDBECK SOLAR, Boreal Light, delker-umwelt und Kirchhoff Ecotec. Der Bundesverband Solarwirtschaft war durch seinen Präsidenten Jörg Ebel sowie Vertreter von Mitgliedsunternehmen vertreten. Für PMT nahm Geschäftsführer Felix Bräuer teil.

 

Ziel der Reise war es, mit ukrainischen Regierungsvertretern, Kommunen und Unternehmen konkrete Möglichkeiten für einen klima- und umweltfreundlichen sowie resilienten Wiederaufbau zu diskutieren und die Voraussetzungen für Investitionen deutscher Green-Tech-Unternehmen auszuloten.

 

Luftalarm bei der Ankunft

Bereits die Anreise machte deutlich, unter welchen Bedingungen die Menschen in der Ukraine leben. Nach dem Flug nach Polen und der anschließenden Fahrt mit dem Nachtzug in die Ukraine wurde die Delegation bei der Ankunft in Kyjiw von Luftalarm begleitet.

„Wenn der Zug wegen Luftalarm zum Stehen kommt und man sich plötzlich fragt, wie sicher die nächsten Stunden sein werden, bekommt das, worüber wir in Deutschland oft sehr abstrakt sprechen, eine völlig andere Dimension“, berichtet Bräuer. „Für Millionen Menschen gehört diese Unsicherheit jeden Tag zum Leben.“

Der russische Angriffskrieg hat erhebliche Teile der ukrainischen Energieinfrastruktur zerstört. Zugleich muss das Land seine Versorgung auch während des Krieges aufrechterhalten. Genau daraus entsteht nach Bräuers Einschätzung ein grundlegender Wandel des Energiesystems.

„Erneuerbare Energien sind Friedensenergien. In der Ukraine ist das keine theoretische Aussage, sondern eine Frage von Sicherheit und Widerstandsfähigkeit. Dezentrale Photovoltaik und Batteriespeicher können dazu beitragen, dass Strom dort erzeugt und vorgehalten wird, wo er tatsächlich gebraucht wird – und dass der Ausfall einzelner zentraler Anlagen nicht sofort ganze Regionen trifft“, sagt Felix Bräuer.

Gespräche mit ukrainischen Ministern

In Kyjiw führte die Delegation Gespräche mit hochrangigen Vertretern der ukrainischen Regierung. Dabei ging es unter anderem um bestehende Hemmnisse für deutsche Unternehmen, die Rahmenbedingungen des ukrainischen Marktes sowie um konkrete Möglichkeiten einer Beteiligung am Wiederaufbau.

Weitere Gespräche beschäftigten sich mit den massiven Schäden an Energie-, Wasser-, Abwasser- und Abfallinfrastruktur.

Im Energiesektor wurde deutlich: Die Ukraine steht gleichzeitig vor zwei Aufgaben. Sie muss kurzfristig verlorene Erzeugungsleistung ersetzen und zugleich ein Energiesystem entwickeln, das künftigen Angriffen besser standhalten kann. Die Kernenergie wird dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Parallel sollen erneuerbare Energien, dezentrale Erzeugungsanlagen und Speicher deutlich an Bedeutung gewinnen.

Für Bräuer ist deshalb entscheidend, nicht lediglich zerstörte Strukturen zu rekonstruieren:

„Es geht nicht darum, das alte Energiesystem eins zu eins wieder aufzubauen. Die Chance besteht darin, ein stärker dezentrales, flexibleres und resilienteres System zu schaffen. Photovoltaik und Speicher können dabei vergleichsweise schnell umgesetzt werden. Genau hier können deutsche Unternehmen Technologie, Erfahrung und Qualität einbringen.“

 

Green-Tech-Roundtable bringt Unternehmen und Entscheider zusammen

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war der erste deutsch-ukrainische Green-Tech Investment Round Table in Kyjiw. Deutsche und ukrainische Unternehmen, politische Entscheidungsträger und weitere Akteure diskutierten dort Investitionsbedingungen, Finanzierungsmöglichkeiten und konkrete Projekte.

Für PMT standen insbesondere der Aufbau von Partnerschaften sowie die Frage im Vordergrund, welche Anforderungen künftige Solarprojekte in der Ukraine erfüllen müssen.

„Technologie allein reicht nicht“, betont Bräuer. „Wir müssen die tatsächlichen Bedarfe verstehen, lokale Partner finden, Finanzierung und Ausschreibungen kennen und Lösungen entwickeln, die unter den besonderen Bedingungen vor Ort funktionieren.“

Neben politischen Gesprächen bot die Reise deshalb auch Raum für direkte Unternehmensgespräche und Matchmaking zwischen deutschen und ukrainischen Akteuren.

Lwiw: Wiederaufbau von Wohnraum unter schwierigen Bedingungen

In Lwiw rückte zusätzlich der Wiederaufbau von Wohngebäuden und sozialer Infrastruktur in den Mittelpunkt.

Bei der Besichtigung von Wohnprojekten wurde beispielsweise sichtbar, wie schwierig energetische Sanierungen bei Gebäuden sein können, die nach dem Ende der Sowjetunion in zahlreiche einzelne Eigentumseinheiten aufgeteilt wurden. Entscheidungen über umfassende Sanierungen müssen dort von vielen Eigentümerinnen und Eigentümern gemeinsam getroffen werden.

Gleichzeitig gibt es erste Projekte, bei denen Hausgemeinschaften diese Hürden erfolgreich überwinden und energetische Modernisierungen umsetzen.

Besonders groß ist der Bedarf an neuem und barrierefreiem Wohnraum für Binnenvertriebene, Veteraninnen und Veteranen sowie Menschen, die infolge des Krieges mit schweren Verletzungen und Behinderungen leben.

Ein Besuch in einem Rehabilitationszentrum in Lwiw gehörte für Bräuer deshalb zu den emotional eindrücklichsten Stationen der Reise.

„Man spricht in Deutschland schnell über Gigawatt, Investitionen und Wiederaufbauprogramme. Vor Ort sieht man die Menschen, für die dieser Wiederaufbau stattfindet. Das verändert die Perspektive“, sagt Bräuer.

„Deutsche Unternehmen sollten sich jetzt mit der Ukraine beschäftigen“

Trotz des anhaltenden Krieges erlebte Bräuer in zahlreichen Gesprächen einen ausgeprägten Willen, die Zukunft des Landes bereits heute zu gestalten.

Für ihn ist die Reise deshalb nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch der Beginn konkreter wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

„Der Bedarf ist enorm, und gleichzeitig ist der Wille vorhanden, nicht einfach nur wiederherzustellen, was zerstört wurde. Die Ukraine möchte moderner, unabhängiger und resilienter werden. Deutsche Solar- und Speicherunternehmen sollten sich deshalb schon heute ernsthaft mit diesem Markt beschäftigen, Kontakte knüpfen und langfristige Partnerschaften aufbauen.“

PMT will die begonnenen Gespräche weiterführen und prüfen, an welchen Stellen das Unternehmen mit seinem Know-how für Photovoltaik-Unterkonstruktionen und Solar-Infrastruktur konkrete Projekte unterstützen kann.