Zum Hauptinhalt springen

Forum für Demokratie und Wirtschaft in Koblenz

.l.n.r.: Dr. Anna Köbberling (MdL), Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Moderatorin Tina Dauster und Prof. Dr. Markus Rudolf.  Quelle: Kai Myller  Copyright: WHU
.l.n.r.: Dr. Anna Köbberling (MdL), Ministerpräsident Alexander Schweitzer, Moderatorin Tina Dauster und Prof. Dr. Markus Rudolf. Quelle: Kai Myller Copyright: WHU
Pin It

WHU und Wirtschafts- & Wissenschafts-Allianz Koblenz e. V. bieten Raum für
Diskussionen über die Bedeutung der DemokratieAuch wenn die Demokratie nach wie vor den Kern unserer modernen
Gesellschaft bildet, kann dieses Konzept heftige Debatten und intensive
Diskussionen auslösen – insbesondere angesichts der jüngsten
geopolitischen Spannungen.

Das gemeinsam von der Wirtschafts- &
Wissenschafts-Allianz Koblenz e. V. und der WHU – Otto Beisheim School of
Management organisierte Forum für Demokratie und Wirtschaft bot eine
Plattform, um sich gezielt mit diesen Themen auseinanderzusetzen und den
Dialog zwischen Wirtschaftsexpert:innen, politischen
Entscheidungsträger:innen und Wissenschaftler:innen zu stärken. Zu der
Veranstaltung am 5. November 2025 im historischen Rathaussaal in Koblenz
war eine hochkarätige Runde von Gastredner:innen geladen, die Einblicke
gaben, warum die Aufrechterhaltung der Demokratie für eine sichere Zukunft
unerlässlich ist.

Vor rund 150 Gästen begann die Konferenz mit einer Begrüßungsrede von
David Langner, Oberbürgermeister von Koblenz, und einer digitalen
Grußbotschaft der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen, Verena Hubertz, selbst Absolventin der WHU.

In seinem Vortrag belegte Prof. Dr. Markus Rudolf (Lehrstuhl für
Finanzwirtschaft an der WHU) anhand wissenschaftlicher Argumente den
Zusammenhang zwischen Demokratie, Wohlstand und gesellschaftlichem Glück.
Prof. Dr. Herfried Münkler, emeritierter Professor der Humboldt-
Universität zu Berlin, präsentierte eine Analyse der geopolitischen
Herausforderungen, mit denen demokratische Gesellschaften heute
konfrontiert sind.

Die Erkenntnisse der Wissenschaftler spiegelten sich auch in den Worten
von Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, wider:
„Demokratie ist das Fundament unserer wirtschaftlichen Stärke. Demokratie
schafft Stabilität und Vertrauen. Sie ist die Basis für gleiche
Möglichkeiten der Entfaltung für alle. Dabei spielen auch Unternehmen eine
zentrale Rolle. Innerhalb der Unternehmen wird Demokratie durch
Mitbestimmungsmöglichkeiten erlebbar, daher ist die Mitbestimmung auch
integraler Bestandteil unserer Wirtschaftsordnung. Gleichzeitig stärken
demokratische Rahmenbedingungen den Wirtschaftsstandort. Die
Rechtsstaatlichkeit gibt Unternehmern Verlässlichkeit und macht den
Unternehmensstandort auch für Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv.
Gemeinsam ist es deshalb unsere Aufgabe, die Demokratie auf allen Ebenen
zu verteidigen.“

Zwei Podiumsdiskussionen beschäftigten sich mit einer zentralen Frage:
„Braucht eine freie Wirtschaft Demokratie?“ Moderiert von der Journalistin
Tina Dauster diskutierten Alexander Schweitzer, Dr. Anna Köbberling
(Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz), Prof. Dr. Münkler, Dr. Andreas
Nick (Partner bei der Brunswick Group), WHU-Alumnus Alexander Weber
(Vorstandsmitglied bei der Debeka) und weitere Expert:innen über das
Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Freiheit, internationaler
Verantwortung und grundlegenden demokratischen Werten.

„Die Diskussionen haben gezeigt, dass Demokratie und Wirtschaft nur
gemeinsam zukunftsfähig sein können. Gerade in herausfordernden Zeiten
brauchen wir Räume für einen offenen, sachlichen Dialog“, resümierte Prof.
Dr. Markus Rudolf.

Unter Verweis auf den von der Economist Intelligence Unit veröffentlichten
Demokratieindex haben die Teilnehmenden der Veranstaltung festgestellt,
dass die demokratische Qualität in verschiedenen Teilen der Welt seit 2015
allmählich abnimmt – ein gefährlicher Trend, der die gesellschaftliche
Freiheit und das Wohlergehen eines Landes bedroht. Derzeit steht
Deutschland laut dem aktuellen World Happiness Index auf Platz 22 der
glücklichsten Nationen der Welt.